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Unsere Tiere

 

Naturpflege hält und züchtet alte, vom Aussterben bedrohte Schaf- und Ziegenrassen, namentlich Skudden, Spiegelschafe, Walliser Landschafe und Walliser Schwarzhalsziegen (alle von ProSpecieRara gefördert). Mit dem Erhalt dieser speziellen und attraktiven Nutztierrassen setzen wir uns für das Fortbestehen von Vielfalt im Nutztiersegment ein und bewahren ein Stück landwirtschaftliche Tradition.

 
Der grosse Vorteil der alten Landrassen liegt in ihrer Robustheit und Ursprünglichkeit. Sie sind in vielerlei Hinsicht wildtierähnlich und auch in der Nahrungswahl viel anspruchsloser, fressen nahezu sämtliche Pflanzenarten (z.B. «Blacke», Brennesseln, Brombeeren, Disteln, Dornsträucher, Neophyten) sowie harte Pflanzenstengel, abgestorbenes Altgras, Laub, feine Äste und gar Rinde. All das macht sie geeignet für den Einsatz zur Landschaftspflege.
 
Es sind die speziellen Vorzüge der alten Landrassen, die uns die Pflege der unterschiedlichsten Grünflächen durch Beweidung überhaupt erst ermöglichen.
 

Unsere Tiere fressen nahezu alle Pflanzenarten ab oder an, hier Robinie Robinia pseudoacacia (links) und Grosse Brennessel Urtica dioica (rechts). Dadurch fördern sie eine artenreiche, vielfältige Vegetation und verhindern Dominanzbestände von einzelnen Arten. Neophyten oder anderen «Problempflanzen» kann effektiv entgegengewirkt werden.
 
Historisch gesehen bestand der Nutzen der alten Schaf- und Ziegenrassen in der Bewirtschaftung karger, unrentabler, auch abgelegener Flächen in Kombination mit dem Gewinn von Fleisch und Milch (und Wolle bei Schafen); wie dies in ärmeren Ländern heutzutage noch üblich ist. Einer Leistungsmaximierung waren – auch trotz bestimmt erfolgter Zuchtauslesen und Einkreuzungsversuche – klare Grenzen gesetzt.

Erst die neu angewendeten Techniken im Laufe der Intensivierung der Landwirtschaft insbesondere ab dem 20. Jahrhundert bewirkten einen widernatürlichen Leistungszuwachs. Die Stallhaltung wurde zeitlich ausgedehnt, die Futtermittelproduktion erhöht und verbessert (z.B. Kunstwiesen, Kraftfutter) sowie die Weidehaltung intensiviert. Damit einher ging die Züchtung von einseitig auf Leistung getrimmter Rassen (z.B. Mastfähigkeit, Milchmenge). Diese Zucht auf Leistung brachte die alten Landrassen allmählich zum Verschwinden.

Mit der Aufgabe der Haltung von alten Landrassen verschwanden aber nicht nur die Rassen selbst, sondern auch deren urtümlichen Eigenschaften. Auf Leistung optimierte Rassen sind zu einseitig spezialisiert und kommen beispielsweise mit nährstoffärmerem Futter nicht mehr klar. Dauerhaft extensive Landschaftspflege, welche ja der eigentliche historische Nutzen der Schafe/Ziegen ausmacht, bekommt diesen nicht (sie erbringen nicht die gewünschte Leistung). Des weiteren hat sie die Leistungsoptimierung in der Nahrungswahl verändert: sie lassen viele Pflanzenarten stehen oder trampeln sie gar nieder anstatt sie zu fressen.

Auch alte Landrassen können massvoll gemästet und leistungsoptimiert werden, verweichlichen dabei jedoch. Mit Kraftfutter oder anderem Zusatzfutter verwöhnte Tiere fressen deutlich schlechter, werden wählerischer bei der Futterwahl.

Naturpflege ist es ein grosses Anliegen, die Tiere so natürlich, artgerecht und ökologisch wie nur möglich zu halten. Nur so zeigen sie ihr rassentypisches Verhalten, welches auch im Einklang mit der Landschaftspflege steht.

Alle unsere Tiere werden daher ganzjährig im Freien gehalten und sind auch nahezu ganzjährig auf Weiden im Einsatz. Einzig während der Winter- und Ablammzeit erhalten sie in einer Offenstallung Heu. Auf Zufütterung z.B. mit Kraftfutter verzichten wir vollständig. Lockfutter hingegen hilft beispielsweise beim Treiben oder Verlad in den Anhänger.